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Wo ist der Fortschritt?
In den alten, geschlossenen Systemen ereignet sich Innovation auf Innovation. Eine Grundmelodie wird ergänzt, steigert sich, aber all das unterliegt strengen Regeln. In Musik übersetzt, würden wir dabei Maurice Ravels Bolero hören. Gentechnik, Netzwerktechnologie, Nanotechnik und viele andere neue Disziplinen aber spielen im Netzwerk. Ihr Klang ist polyrhythmisch, so wie die Stücke Igor Strawinskys. Sicherlich: Das ist für viele Ohren ungewohnter.

Entscheidend aber ist, dass die Strawinsky-Variante weitaus mehr Chancen bietet, Innovation und Technologie zu verstehen. Die Ziele der Innovation müssen offen gelegt werden, weil es sonst gar keinen Fortschritt geben kann. In der Nanotechnolkgie müssen Molekularbiologen mit Chemikern, Mathematikern, Werkstoffexperten, Maschinenbauern und Medizinern zusammenarbeiten. Molekulare Krebsfrüherkennung und schaltbare Lackfarben, die auf Knopfdruck Farbe und Konsistenz ändern, sind unterschiedliche Dinge. Aber eine gemeinsame Sprache und ein Ziel ergeben ein klares Leitbild. Alte Geheimcodes sind dafür unbrauchbar. Die Ziele der Arbeit müssen zuerst für eine Reihe von Einzeldisziplinen übersetzt werden. Das gilt genauso in der Informationstechnologie und Gentechnik, Bereiche, die immer mehr Forschungszweige vereinen. Und je klarer die Sprache, desto klarer die Ziele: Gentechniker-Netzwerke arbeiten für bessere Lebensbedingungen. Ihr Leitbild ist klar: Krankheiten besiegen, mit grüner Gentechnik die Ernährungsgrundlagen der Welt verbessern. Open-Source-Netzwerker wollen bessere Software, die sich alle leisten können. Nanotechniker wollen Materialien und Mini-Maschinen, die zum Beispiel Rohstoffe schonen und energie-intensive Mechanik überflüssig machen ... Lange waren die Leitbilder der wichtigsten Innovationsfelder nicht so verständlich wie heute.

Computer und Netzwerktechnik haben sich in den vergangenen Jahren am weitesten geöffnet: Je mehr Menschen an PCs mit Internetanschluss arbeiten, desto dringender wurde die Notwendigkeit, eine einfache Sprache zu entwickeln. Vieles von dem, das noch vor zehn Jahren nur in unverständlichem Fachchinesisch formuliert werden konnte, liegt heute im Klartext vor. Wer will, kann sich an jedem Kiosk oder im Internet verständliche Grundlagen besorgen. Um das Internet, den PC, die Funktion eines Netzwerks zu verstehen, muss man nicht mehr können als lesen. In der Literatur nennt man das "Dummie-Texte", und das ist nicht böse gemeint.

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Aha
Interessant:
Breitband-Internet für jeden bis 2012, fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel. TV-Frequenzen, die nicht mehr gebraucht werden, sollen endlich dem kabellosen Internet zugeschlagen werden.