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Improvisation
Vor allen Dingen muss man sich nicht mehr entscheiden. Entscheidungen sind ohnehin eine Plackerei. Der Plan leistet wertvolle Arbeit bei der Abwehr dieses unsittlichen Vorhabens. Er sagt uns, wie es ist - und was wir gerade tun sollen. Mehr nicht. Die daraus folgende Sicherheit hat der Psychologe Dietrich Dörner in seinem Buch "Die Logik des Misslingens" klar formuliert: "Planen ist Handeln auf Probe. Beim Planen tut man nicht, man überlegt, was man tun könnte." Es ist nichts falsch daran, Szenarien zu entwickeln, und es ist nicht falsch, Vorsorge zu treffen, nachzudenken, Möglichkeiten abzuwägen. Es ist aber alles für die Katz, wenn man das mit der Realität verwechselt. Das lateinische Adjektiv planus bedeutet flach, eben oder gerade, kurz und gut eine überschaubare Strecke, auf der es keine überraschungen gibt. Hat jemand so etwas schon gesehen? Ist schon jemand darauf gefahren und weitergekommen? Wahrscheinlich, möglicherweise, vielleicht? Ach was!

Sicher nicht.

Die Verbesserung

Improvisieren ist das wirkliche Leben. Wir errichten permanent Provisorien. Vielleicht hat das Wort Improvisation deshalb einen schalen Beigeschmack. Es ist das Gegenteil von optimal, von gut geplant, von fertig und gut und unwiderlegbar. Improvisieren, das ist, wenn einem am Wochenende der Fliesenkleber ausgeht und wir es mal mit Uhu versuchen. Improvisieren, das akzeptieren wir bestenfalls angesichts eines gerissenen Keilriemens, den wir bis zur nächsten Werkstatt - provisorisch - durch einen Nylonstrumpf ersetzen. Improvisieren, meinen wir gegen die Realität und die Vernunft, ist zweite Wahl und damit auf keinen Fall etwas, wonach wir streben sollten. Die meisten suchen immer noch den Masterplan.

Unterdessen können wir uns sinnvollen Tätigkeiten widmen, etwa der Frage, was das Wort Improvisation im Grunde bedeutet. Ausgerechnet im Italien der Renaissance taucht das Wort "improvviso" auf, und das bedeutet so viel wie unerwartet oder überraschend. Unerwartet - das ist selten gut. Vor unserem geistigen Auge taucht da überraschend die bucklige Verwandtschaft am Wochenende auf, oder es ruft, mitten in angespannter Arbeit, jemand an, der nur mal fragen will, wie es uns so geht.

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Aha
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